«

»

Aug 04

Beitrag drucken

Corvette Entlacken

Wer seine Corvette lackieren möchte und dabei etwas auf seinen Geldbeutel achten will/muss, kann mit wenigen Hilfsmitteln schon den meisten Lack von seiner Vette entfernen. Vorallem möchte ich mit den folgenden Bildern zeigen warum es sich absolut lohnt den kompletten alten Lack bis aufs GFK abzunehmen. Aus Kostengründen wird bei einer Neulackierung oftmals nur der alte Lack angeschliffen und als Basis für den weitern Lackaufbau genommen. Dies ist jedoch nur zu Empfehlen, wenn der Zustand des darunter liegden GFK´s + Lackes genau bekannt ist.  Nach dem Lesen und begutachten der folgenden Bilder kann sich aber jeder selbst ein Bild davon machen, wie er beim Lackieren seiner Corvette am besten vorgeht ;-)

Folgende Werkzeuge/Hilfmittel werden benötigt:

  • Heißluftfön z.B. Steinel HL2010 E (Wichtig: Elektrische Anzeige zur Temperaturregelung)
  • Massig Rasierklingen :-) mit festem Griff + stabiler Halterung
  • Handschuhe!

Mein Startpunkt war das Heck. Dies habe ich bewusst gewählt, da die Gepäckträgerfläche eine relativ ebene und einfach zu bearbeitende Kontur darstellt. Die Fläche ist super geeignet um überhaupt erstmal ein Gefühl für das Arbeiten mit der Rasierklinge in Verbindung mit dem Heißluftfön zu bekommen. Wichtig: Die Flächen dürfen nicht zu stark erhitzt werden (max. 70°C) sonst leidet das darunter liegende GFK! Als Ansatzpunkt für die Rasierklinge diente ein Lackabplatzer an der Gepäckträgerbohrung. Ich war schon gespannt auf wieviel Lackschichten ich stoße. Die ersten abgerasbelten Lackstücke waren noch eher klein bzw. es ging sehr langsam vorran…  Im Bild sind die relativ kleinen Raspelstücke und Wege gut zu erkennen. Beim erreichten der ersten Grundierung (rot) war das Heck um 5 Lackierungen leichter. Interessant war an dieser Stelle, dass der Lackaufbau von Schicht zu Schicht variierte… Einmal wurde mit Gelcoat als Zwischen/Trennschicht gearbeitet, dann wieder nur mit Grundierung…… hier haben sich auf alle Fälle einige Lackierer dran ausgelassen ;-)

corvette-c3-entlacken

Die weiße Schicht zeigt einen aufgetragenen Gelcoat der sich nur sehr mühevoll entfernen lässt. Am Bogen zu den T-Tops erreichte ich auch schon die erste richtig dicke Spachtelschicht….

corvette-rear-entlacken

Nach einiger Zeit hat man den richten Dreh zwischen Lack erwärmen und gleichzeitig Schaben raus. Die einzelnen Lackstücke werden von mal zu mal größer. Vorteil hier: Gleich gleich mehrere Lackschichten können auf einmal abgelöst werden. Wichtig beim Ablösen immer hin zu den Kanten/Konturen arbeiten. Der Start an einer Kante vervielfacht nur die Chance diese zu zerstören bzw. der Lackierer muss diese mühseelig wieder mit Spachtel/Füller herstellen.

lackstuck-gross

Irgendwann macht es richtig Spass den Lack bis auf die Grundierung abzuziehen ;-)

lack-abschaelen Einfach Wahnsinn was einfach alles so aufs Auto gekleistert wurde….

verschiedene-lackschichten

Irgenwann füllen sich dann auch die ersten Eimer mit Lack :-)

corvette-lackstueke

An den Front Fendern gilt wieder die gleiche vorgehensweise, immer hin zu den Kanten arbeiten.

corvette-front-fender-entlacken

spachtelmasse

Wie sich unschwer erkennen lässt wurde hier massiv an allen Ecken und Enden gespachtelt… Teils an den Übergängen/Kanten oder zwischen den einzelnen Lackschichten…. das Zeugs muss alles restlos weg vom GFK. Bei solch dicken Schichten auf einer Belchkarosse wäre der Magnet höchstwarscheinlich schon freiwillig weggesprungen.

Zum Glück hat alles ein Ende… nach vielen Stunden und zwei vollen Mülltonnen gefüllt nur mit Lackstücken war der Lack zum größten Teil ab.

corvette-lackstuecke-komplett

Ab zu meinen GFK-Spachtlern :-)

corvette-body-auf-dolly

Schwierige Konturen wie die Lichteinfassungen/Stoßstangenkontur würde ich nicht mit der Rasierklinge entlacken. Die Gefahr hier wiederrum die Konturen kaputt zu machen ist einfach zu Groß bzw. bietet es sich an die Profihände mit Schleifpapier ran zu lassen.

Fazit:

  • Wer die Bilder mit den verschiedensten Lackaufbauten/Spachtelmassen usw. gesehen hat kann sich jetzt selbst überlegen wie er bei der Lackierung seiner Corvette vorgehen möchte.
  • Das Entlacken auf diese Art und Weise ist kein Hexenwerk bzw. spart beim lackieren richtig Geld!

>>> Bei Fragen und Anregungen zu diesem Beitrag meldet euch einfach bei mir! <<<

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.vintage-corvette.com/corvette-entlacken

3 Kommentare

  1. Ferdinand Kern

    Hallo,
    ich habe mir vor zwei Jahren eine Corvette C3, Bj. 1975 gekauft. Es ist ein Restaurations-Objekt. Ich habe schon viele Teile demontiert und möchte nun die Fahrerzelle (Body) anheben und vom Fahrwerk oder Rahmen trennen. Alle 8 Schrauben sind demontiert. Ich würde gerne wissen:
    Wie schwer ist die Fahrerzelle?  
    MFG
    Ferdinand Kern

    1. Holger

      Hallo Ferdinand

      Je nachdem was du noch für Anbauteile (Türen/T-Tops/Stoßstangen/Schlafaugen/Interieur etc…) dran hast liegst du zwischen ca. zw. 300-450Kg. Auch zwischen den Baujahren schwankt das Gewicht da hier und da Versteifungen hinzukamen bzw. bei den späteren Jahrgängen z.B. der Boden schon aus Blech ist und nicht mehr aus GFK.

      Wenn du den Body abhebst lasse die Türen montiert damit erhälst du mehr Steifigkeit. Beim Abheben behutsam vorgehen oft vergisst man da noch ein Kabel abzuschrauben :-)

      Bei weiteren Fragen einfach melden!

      VG

      Holger

  2. Ferdinand Kern

    Hallo Holger,
    ich habe die Türen sowie die T – Tops heraus genommen. Auch die Stoßstange vorne und hinten. Die Schlafaugen sind auch demontiert. Dann die Versteifung vorne der als Behälter für die Druckdosen dient, ist auch demontiert. Der Beifahrersitz ist auch ausgebaut. Ich denke dann komme ich so auf 250 kg – 300 kg.
    Danke für die Antwort.
    Gruß Ferdinand

Hinterlasse einen Kommentar zu Holger Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>